Leserinnen

Samstag, November 21, 2009

Seltenes Pflänzchen

Bei Brigitte habe ich einen interessanten Denkanstoss bemerkt.
Sind wir Handarbeitenden bald eine aussterbende Gattung? Was meint ihr?
Vor 20 Jahren gab es in K. 3 Wollgeschäfte. Die hatten alle ein gutes Auskommen. (eine Zeit lang, denke ich) plötzlich waren sie alle geschlossen.
Damals strickten alle Frauen (und manche Männer)
Dann war lange Zeit Funkstille, auch bei mir, ich nähte lieber.

Dann begann es bei mir wieder mit Sockenstricken.
Und ich merkte, dass es Frauen gibt, die spinnen sogar, die haben gar nie aufgehört zu spinnen und zu stricken und zu weben.
Das spinnen und weben ging damals an mir vorbei...
Dann suchte ich also wieder Handarbeits-Geschäfte auf. Merkte aber bald, dass es gar nicht so einfach ist.
Bei uns sind ja innerhalb eines Jahres zwei Handarbeitsgeschäfte Konkurs gegangen.
Zwar waren die Mieten an beiden Orten hoch, aber wenn die Strickerinnen die Läden gestürmt hätten, hätten die Frauen wohl kaum die Läden schliessen müssen.
Mich verwunderte es auch, dass bei A..., beim Sockenwollverkauf, sogar noch nach zwei Wochen ein ganzen Korb voll Wolle erhältlich war.
Andererseits färben Frauen ihre Wolle selbst.
Die blogs haben mir geholfen, z.B. zu lernen, was es noch alles gibt an Wollqualitäten und Möglichkeiten, die dann auch zu verstricken.
Ich bin dankbar für den Austausch in den blogs, das kennenlernen über's www und was alles noch mehr ist.
Sonst wäre ich wohl wirklich ein rares Pflänzchen.

Kommentare:

Brigitte hat gesagt…

Schön - du hast auch eine Veränderung bemerkt. Vielleicht kann ja das Internet oder die blogs dazu beitragen, dass unsere Gattung nicht austirbt. Jetzt sind ja gerade Stricksachen wieder top IN. Oder ist es vielleicht hier wie in der Küche? Heute kann man ja alles fix und fertig oder in der Dose kaufen. Wieso dann selber machen? Auch da bin ich der Überzeugung, dass selbst gekochtes besser schmeckt. Und selbst gefärbtes, selbst gesponnenes und gestricktes... Wenn es eine Männerangelegenheit wäre - wie würde das eingeschätzt? Oder werten wir selber das ganze ab, wenn wir davon sprechen "nur" zu stricken, so nebenbei und beim Fernsehen?
Ich gehe wieder an die Nadeln und grüsse dich, Brigitte

Sockenlibeth hat gesagt…

MAnchmal denke ich auch, wir gehören zu den wenigen Überlebenden eine r aussterbenden Sorte ;o)
dann aber treff ich immer wieder Leute, die auch so merkwürdige Dinge machen. Ich glaube, dass das Handarbeiten ausstirbt oder auszusterben droht, liegt zum Gutteil daran, dass in der Schule kein Platz mehr ist für sowas und manche denken, "nur selbstgemacht" ist nur halb soviel wert. Wenn Handwerk in jeder Form höher eingeschätzt würde, könnten auch die Läden wieder überlebne. Schade ist es jedenfalls so wies ist

lG Lisabeth

Josh and Jess hat gesagt…

Ja, wir scheinen leider zur aussterbenden Art zu werden. Und nicht nur in Deutschland, auch bei mir am anderen Ende der Welt in Neuseeland. In unserer Hauptstadt gibt es sage und schreibe 1 Handarbeitsgeschaeft!! Ich habe allerdings Freude daran, noch etwas selbst herzustellen und zu sehen, wie etwas Schoenes unter meinen Haenden entsteht. Ganz langsam scheint aber hier das Selbstgemachte im Ansehen wieder zu steigen, vor allem draum, weil es nur noch so wenige Menschen koennen. Wie schade.

Liebe Gruesse aus Neuseeland
gisela